Persönliches

Warum dauert das so lange?

Das Rad der Zeit oder, warum ich es oftmals hasse Fantasy mit mehreren Teilen zu lesen.

Alles hat angefangen mit dem Rad der Zeit. Mein Vater gab mir die ersten zwei Bände und sagte mir, dass es vielleicht was für mich sei. Mein Vater las und liest auch viel. Genauso wie meine Mutter. An dieser Stelle danke.

Das Rad der Zeit von Robert Jordan hat mich lange Zeit begleitet. Seit 1990. Da war ich gerade mal achtzehn. Die Geschichte hat mich mit ihrer Tiefe, der Dramatik und dem angehenden Wahnsinn gepackt. Und ich konnte es nicht abwarten, bis der nächste Band dann endlich übersetzt im Laden stand.

Damals war online vorbestellen oder recherchieren, wann denn das nächste heißgeliebte Buch kommt, so noch nicht möglich. Früher war nicht alles besser. Damals waren zwanzig Mega-Byte Festplatten auch noch riesig groß und haben über dreihundert Mark gekostet.

Aber das, ist eine andere Geschichte.

Jedenfalls konnte man froh sein, wenn zwei oder sogar drei Teile pro Jahr kamen. Ich glaube, in einem Jahr waren es wirklich mal drei. Dann wurde es weniger. Ein Teil pro Jahr.
Und dann?

Nichts mehr.

Ich ging zu dem Buchhändler meines Vertrauens und der sagte mir, dass Robert Jordan eine Schreibblockade hatte. Und das er wahrscheinlich stirbt, bevor er sein Werk vollendet.
Richard sollte Recht behalten.
Jordan starb, und die Zukunft von Rand und seinen Freunden war ungewiss.
Ich war am Boden. Etwas Neues musste her. Also ging ich wieder zu Andere Welten (RIP 2020), dem Buchladen meines Vertrauens.

Das Lied von Eis und Feuer, auch eine Serie, auch noch nicht fertig, aber toll und vielversprechend. Da ich von Richard hörte, das Rad der Zeit bekäme eh eine Neuauflage, verkaufte ich sie kurzentschlossen. Und holte mir den ersten Band. Eine Woche später den Rest, es hatte mich gepackt. Und dann, genau, Schreibblockade, es kam nichts mehr. Außer der Information, dass der Herr Martin am Verhandeln war mit einem Fernsehsender, und deswegen wahrscheinlich weitere Teile erstmal zurückhielt. Tolle Wurst. Dann wurde die Reihe neu aufgelegt. Neue Cover und eingedeutscht. Großartig. Ich hasse es, wenn eine Buchreihe nicht dasselbe Cover hat. Ich bin ein fürchterlicher Chaot. Aber sowas geht gar nicht. Also die Teile bei Ebay verkauft und die Neuen zugelegt. Und dieses Eingedeutschte fand ich doof. Aber was Neues kam nicht. Dafür die Serie. Welche in Teilen ganz nett war, aber ich wollte doch lesen …

Und jetzt?

»Probier doch mal das Spiel der Götter von Steven Erikson. Das ist noch größer und noch epischer als die Welt von GRRM. Und im Original fehlt nur ein Band und der ist für nächstes Jahr angekündigt.«

Das schöne war, ich konnte den Empfehlungen von Richard blind vertrauen. Und das erste Buch war spannend und toll geschrieben. Also holte ich mir bald darauf Teil zwei. Und dann wusste ich was er mit größer und epischer meinte. Weil ich die ersten hundert Seiten überhaupt nicht wusste, worum es denn ging. Der Rest ist Geschichte. Ich verschlang Band um Band, pro Jahr ein neues Buch. Aber das kannte ich ja schon. Ihr ahnt bestimmt schon, was jetzt kommt?

Fast richtig, es kam nichts mehr, bzw. Die Reihe wurde neu aufgelegt und bekam neue Cover. Sie starteten wieder bei Band eins. Zwei pro Jahr waren angekündigt. Ich war bei Band vierzehn. Das kann doch nicht wahr sein.

Ich überlegte sie im Original zu lesen, aber das war zu heftig.

Also warten. In der Zwischenzeit las ich andere Bücher. Viele Bücher. Ich lese nun mal gern. Dann ging es wieder weiter. Aber ich habe erstmal gewartet, bis ich zumindest zwei neue Teile habe. Die Übersetzung war inzwischen komplett. Alles war fertig. Nur Blanvalet ließ sich Zeit. Ankündigungen wurden verschoben. Und wieder verschoben.

Klar alles hat seinen Zeitplan, aber von einer bestehenden Reihe, wenn man schon zig Bände draußen hat, warum kann man dann nicht einfach mal sagen, jetzt schnell weg damit. Dann sind wir durch und haben Platz für frisches Blut bzw. Tinte?
Und hier soll angemerkt sein, das Spiel der Götter ist unendlich viel komplexer, größer und epischer als das Lied von Eis und Feuer. Es gibt ein paar Bücher, welche mich gerührt haben. Aber hier? Driven to tears. Was soll ich euch sagen, vor kurzem kam Band siebzehn und die nächsten beiden sind angekündigt.


Aber ich glaube, bevor ich da weiterlese, fange ich neu mit dem Rad der Zeit an, welches ja inzwischen fertig ist. Es hatte sich damals ein vielversprechender Autor gefunden, der das Werk von Robert Jordan dann 2013 vollendete. Ein gewisser Brandon Sanderson, der übrigens auch gute Bücher schreibt. Die deutsche Übersetzung ist auch fertig, also mache ich wohl als Nächstes eine Reise ins Gebiet der zwei Flüsse und begleite einen alten Freund erneut auf seiner Reise. Aber diesmal dann, ohne Pause und bis zum

ENDE

Bildquellen

Lusmore

"You want weapons? We're in a library. Books are the best weapon in the world." Der Avatar ist übrigens von dem großartigen David Revoy https://www.peppercarrot.com/extras/html/2016_cat-generator/?seed=

3 Comments

  • Alex Sassland

    Alex Sassland

    Ich liebe auch “meine” Fantasy-Serien: Dragonriders of Pern und zwei bis drei weitere von Anne McCaffrey, Valdemar und Elemental Masters von Mercedes Lackey … Sword & Sorceress Anthologien von MZB, jetzt Elizabeth Waters, leider jetzt eingestellt.

    Da ich mich gerade bei S & S über wirklich sehr grausige deutsche Übersetzungen geärgert habe, lese ich seit vielen Jahren nur im (amerikanischen/britischen) Original.
    Und hier muss ich zugeben, war das große A lange Zeit die einzige (mir bekannte) Bezugsquelle zu günstigen Preisen.

    Unterschiede in Form und Cover haben mich nie gestört. Ich habe so manches Mal nicht warten können, wenn ein neuer Band erschien und habe das Hardcover gekauft. Hauptsache, der neue Band war schnell in meiner Hand!

  • Avatar

    Yoro

    Oh ja, das Problem kenne ich auch, mit der Darkover-Saga von Marion Zimmer Bradley ist es seinerzeit ähnlich abgelaufen. Mittlerweile kursieren davon auch unterschiedliche Ausgaben von unterschiedlichen Verlagen, zumindest hat die Autorin die Reihe noch zu Lebzeiten beenden können.

    Ich hasse es genauso, wenn eine Serie völlig unterschiedliche Cover und womöglich auch noch andere Formate haben, wie du schon sagst, das geht schonmal gar nicht!
    Eine geliebte Serie, die irgendwann unbeendet im Sande verläuft, ist eine Unverschämtheit – und für jeden Lesefan der super-GAU.

    Das Problem betrifft aber nicht nur die großen Serien, es kann genauso passieren, dass von einer Trilogie nur der erste, oder auch die ersten beiden Bände veröffentlicht und der Rest dann eingestellt wird. Und nicht immer ist da der Autor dran schuld, sogenannte Unwirtschaftlichkeit ist für die Verlage genauso ein Argument.

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