• Persönliches

    Lesungen – Wunderbare Werbung (Teil 3)

    Die Nummer, die im Display erscheint, kenne ich nicht.«Wann möchten Sie zu uns kommen?»«Hallo? Wer ist denn da?»«Ihr Hoch hinaus wollte ich habe ich in einem Rutsch durchgelesen. Ich bin begeistert. Suchen Sie sich ein Datum für die Lesung aus.»Mir steckt ein Kloß im Hals. Mit allem hätte ich gerechnet. Damit nicht. Etwas vorlesen, ich? Vor Leuten, die nur meinetwegen kommen? Na super. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Wir verabreden uns für die nächste Woche, um die Details zu besprechen. Den Briefträger könnte ich geradewegs in den Boden schrauben. In den Hinterzimmern des Cafés gibt es zwei gemütliche Räume, einen für 30 Personen, einen weiteren für zirka 15. Die…

  • Persönliches

    Lesungen – Wunderbare Werbung (Teil 2)

    Meine schlimmsten Befürchtungen bestätigen sich. Unsicher betrete ich das Café. Direkt am Eingang eine Kuchentheke, dahinter eine mürrische Was-Auch-Immer-Person. Ich lächele: «Guten Tag, ich bin die mit dem Buch.» Als hätte ich soeben eine unerhörte Drohung ausgesprochen, raunzt sie mich an: «Wir verkaufen hier Kuchen!» Ich lächele weiterhin, halte mein Buch hoch und wiederhole mich. «Ich bin die mit dem Buch.» «Möchten Sie nun ein Stück Kuchen oder nicht?» Tatsächlich überwinde ich mich ihren unverschämten Ton zu ignorieren. «Ich meine wegen der Lesung, das Buch, das ich abgeben wollte, zum Probelesen.» Die Blicke der Kuchentante verweisen mich des Platzes. Sie hat die Rechnung ohne mich gemacht. Mit meinem mittlerweile eingefroren…

  • Persönliches

    Lesungen – Wunderbare Werbung (Teil 1)

    Was ist besser als die Nähe der Leserschaft, ihre unmittelbare Reaktion auf das Vorgetragene? Im Idealfall: Verkäufe nach der Veranstaltung. Wer denkt dabei an den «armen» Autor? Denn nicht alle präsentieren sich gern in der Öffentlichkeit. Ich sitze am Empfang eines mittelständischen Unternehmens, eine hektische doch keine besonders spannende Aufgabe. Der Briefträger kommt jeden Tag um die gleiche Zeit. Er ist nett, aber immer auf dem Sprung. Die Anweisung des Chefs ist eindeutig: «Halten Sie den Postboten heute unbedingt auf! Er muss für mich eine Rücksendung entgegen nehmen. Wenn er sagen sollte, er dürfe das nicht, es sei nicht seine Aufgabe oder sonst etwas einzuwenden hat, akzeptieren Sie das nicht,…

  • Persönliches

    Literatur-Wettbewerb

    Fertig! Mein Beitrag läuft im Wettbewerb Magic Future Money – (un)mögliche Geschichten vom Geld der Zukunft. Nun ist Geduld angesagt. Zeit genug also, meinen aktuelle Romanentwurf zu beenden. Update: Der Roman ist fertiggestellt und wurde Mitte April veröffentlicht. Update vom 24.06.2021: Seht euch auf der Magic Future Money Seite den Blog zum Wettbewerb an. Dort gibt es schöne Bilder und natürlich neugierig machende Informationen zu den eingesandten Beiträgen.   Update vom 17.05.2021: Für den Wettbewerb wurden aus 290 eingereichten Geschichten 103 ausgewählt, die in die nächste Runde gehen. Schade, dass es meine Geschichte nicht auf die Longlist geschafft hat. Andererseits ist das gut für die Buchnachteule, denn dann kann ich sie…

  • Persönliches

    Testleser, oh je!

    208 Seiten, 2 Jahre lang planen, recherchieren, schreiben, verwerfen, neu planen, umschreiben … Wie viele Stunden seit der ersten Idee vergangen sind? Nicht messbar. Meinen Entwurf halte ich in der Hand, stolz, etwas geschafft zu haben. Ich lese meinen Text wieder und wieder. An einigen Stellen frage ich mich, ob wirklich ich das geschrieben habe, was nun schwarz auf weiß zu sehen ist. Folge ich einer bestimmten Logik? Ist diese Textstelle selbsterklärend? Da! Ein Rechtschreibfehler. Dort! Ein Grammatikfehler. Da! Die falsche Schlussfolgerung. Es nutzt nichts. Zum x-ten Mal muss der Text überarbeitet werden, dabei dachte ich, er sei fertig. Was soll’s? Wochen später: Alles im Lot. Doch bevor ich mich…

  • Persönliches

    Am Anfang war es noch nicht mal eine Idee (3)

    Wochen vergehen, Monate, ein Jahr, weitere Wochen, weitere Monate. Es ist zermürbend. Viele Aspekte, kein roter Faden, täglich neue Ideen. Es ist einfach zu viel. Ich muss aussieben. Was ist wichtig? Was passt zur Geschichte, die mittlerweile 100 Seiten umfasst? Wie charakterisiere ich leblose Maschinen? Wie erfasse ich die grauenvolle Vision einer Welt, in der Roboter sich kaum noch vom Menschen unterscheiden? Ich bin dem Thema nicht gewachsen. Das war’s dann. Schade, um die ganze Arbeit, die ich mittlerweile in das Projekt investiert habe. Ich wälze mich hin und her. Es ist 2 Uhr morgens. Ich starre ins Dunkel. Es muss einfach weitergehen. Der Kommunikationsroboter ist mir richtig ans Herz…

  • Persönliches

    10 Gründe fürs Selfpublishing

    Für meinen Erstling habe ich lange hin und her überlegt, recherchiert und mich dann ganz bewusst fürs Selfpublishing entschieden. Ich finde, dass die Vorteile überwiegen, gerade für einen Neuautor. Was alles für ein Selfpublishing spricht: Die frustrierende Suche nach Agent und/oder Verlag, der einem (nach einem halben Jahr Manuskriptprüfung) dann meistens doch absagt, entfällt. Das Buch ist sofort verfügbar. Bei einem Verlag dauert es vom Vertragsabschluss bis zur Veröffentlichung ein bis zwei Jahre (!). Eher sieht man als Newcomer auch keine Kohle. Man behält sämtliche Rechte und Gestaltungsmöglichkeiten in der Hand. Bei einem Verlag kann man oft nicht mal mehr beim Cover und Titel mitreden. Auch über den Inhalt hat…

  • Persönliches

    Am Anfang war es noch nicht mal eine Idee (2)

    Der ältere Herr im Rollstuhl ist skeptisch. Zugeschnürt. Mit einem Interview zu dem Thema „Pflegeroboter“ hatte er sich einverstanden erklärt. Nun sitzt er mir gegenüber. Unsicher. Die Flasche Wein, die ich ihm als „Vorab-Dankeschön“ überreichen möchte, ignoriert er. Ich stelle sie auf das Tischchen im Kaminzimmer, erzähle ihm von meinem Vorhaben, von meinen Entdeckungen, meinen Recherchen, von … Er sieht mich zweifelnd an. Ich zeige ihm mein sogenanntes „Denkbrett“, auf dem ich alles festgehalten habe, was mir zum Thema „Pflegeroboter“ eingefallen ist. Zögernd nimmt er es mir aus der Hand. Kommentarlos starrt er minutenlang auf meine visualisierten Gedanken. „Das ist ja vielleicht ein Chaos.“ Endlich eine Reaktion! Dann ist der…

  • Persönliches,  Shortstories

    Rundenterror

    Sechs Uhr. Der Wecker klingelt.  Ich schleppe mich ins Bad, danach ins Wäschezimmer, suche eine gebügelte Bluse, rase durch den Hausflur, renne zurück, Autoschlüssel vergessen, knicke auf der Treppe um, Mist, nichts passiert, Glück gehabt. Ich hetze ins Büro.Spätestens beim Anblick meiner finsteren Mine weiß jeder Bescheid. Die Arbeitskollegen lassen mich in Ruhe. Selbst der Chef weiß, dass das an einem Mittwoch besser ist. Er profitiert sogar davon. Ich starte dann immer durch, bin zu einhundertdreißig Prozent mit meinem Gedanken bei der Arbeit, hoffe, mit geistigen Höchstleistungen jegliche Gedanken an den Feierabend aus meinem Hirn verdrängen zu können. Dreizehn Uhr.Mein kleines, weißes Auto parke ich im Hof. Am liebsten würde ich…